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Symbol des Bergbaus

Saarpolygon in Ensdorf
(in: BAUKULTUR 4_2017, S. 18)

Als Referenz an den 250 Jahre währenden Bergbau im Saarland wurde auf der Halde Duhamel in Ensdorf das so genannte Saarpolygon errichtet. Vorausgegangen war ein internationaler Wettbewerb, den das Berliner Büro pfeiffer sachse architekten für sich gewinnen konnte. Die Lichtplanung stammt von Lichtvision Design, Berlin.

Saaepolygon
Saarpolygon auf der Halde Duhamel in Ensdorf (Foto: Tom Gundelwein)

Internationaler Wettbewerb
Der Steinkohlebergbau und die mit ihm verbundenen Industrien haben seit über 250 Jahren die Kulturlandschaft des Saarlandes entscheidend geprägt. Diese Epoche endete mit der Einstellung der Kohleförderung im Jahr 2012. Aus diesem Anlass lobte die RAG AG einen internationalen Wettbewerb für eine Landmarke auf der 150 m hohen Bergehalde Duhamel des ehemaligen Bergwerks Saar in Ensdorf aus. Gesucht wurde ein „Zeichen für die Bergbautradition an der Saar und für den Neubeginn und Strukturwandel danach“.

Dreidimensional verschränkte Geometrie
Das Thema des Wandels ist das zentrale Gestaltungsmotiv des sog. Saarpolygons. Die Erscheinung seiner dreidimensional verschränkten Geometrie wandelt sich bei der Bewegung des Betrachters und mit dem Wechsel der Lichtverhältnisse zwischen Tag und Nacht. Die Silhouette bildet dabei aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Figuren, die mit Symbolen des Bergbaus, wie z. B. einem abstrahierten Schlägel und Eisen oder einem Förderturm, in die Zukunft assoziiert werden können.

Konstruktion und Materialität
In seiner Haltung zu Konstruktion und Materialität referenziert das Saarpolygon die Industriekultur. Ein Raumfachwerk aus verzinktem Profilstahl formt zwei Pylone und eine Brücke. Die Pylone nehmen jeweils eine Treppenanlage auf, die eine in der Brücke liegende Aussichtsplattform erschließen. Der Stahlbau besteht aus größtenteils Standard-T-Trägern, die über geschweißte Knoten miteinander verschraubt sind. Treppen, Laufflächen und innenliegende Geländer sind aus Stahlblechen gefügt, um sie als innenliegende Skulptur sichtbar zu machen. Die außenliegenden Geländer sind aus Gründen der Transparenz aus Flachstahlrahmen mit eingeschweißten Quadratstäben gefertigt. Eine „Fassade“ aus Quadratrohrprofilen bildet die äußere Hülle und stellt somit die Wahrnehmung auch aus der Ferne sicher.

Montage
Alle Bauteile wurden im Werk vorgefertigt, verzinkt oder beschichtet und in Einzelteilen auf das Haldenplateau transportiert. Dort wurden sie auf dem Boden liegend verschraubt. Die Pylone wurden durch Kranmontage in drei Schüssen aufgerichtet. Die Plattform-Brücke wurde am Boden zunächst komplett vormontiert und mit Spezialkranfahrzeugen millimetergenau zwischen die Pylone eingebracht. Damit schloss sich die Gesamtform der Landmarke. Der Stahlbau ruht auf einem monolithischen Fundament, das die beiden Pylone im Erdreich miteinander verbindet und in einem Arbeitsgang an einem einzigen Tag vergossen wurde.

Saaepolygon innen
Mit einsetzender Dunkelheit beginnt das Saarpolygon von innen heraus zu leuchten und entwickelt seine nächtliche Strahlkraft (Foto: Tom Gundelwein)

Lichtinstallation
Die Lichtinstallation entlang der inneren Treppe und Aussichtsplattform thematisiert den Wandel auf einer weiteren Wahrnehmungsebene: Während am Tag die klare äußere Form der Landmarke dominiert, tritt nachts durch die Beleuchtung die innere Erschließungsgeometrie der Landmarke hervor. Die Beleuchtung erfolgt über LED-Lichtbänder in den oberseitigen Profilen der innenseitigen Geländer. Von hier aus werden die Stahlbleche der Geländer sowie die Treppenläufe direkt angestrahlt und das Licht indirekt auf die Innenseite der Stahlkonstruktion reflektiert.
Gestalterisch war es das Ziel, den Innenraum bei Dunkelheit aus sich heraus leuchten zu lassen, ohne dass die Lichtquellen wahrgenommen werden. Oben auf der Plattform wurde das Beleuchtungsniveau reduziert, um einen möglichst ungestörten Blick bei Dunkelheit in die Umgebung zu ermöglichen. Hierfür wurde an den Unterseiten der Sitzbänke Beleuchtung angebracht. Es wurde nur ein LED-Modultyp eingesetzt, der direkt an 230VAC angeschlossen ist. So konnte auf LED-Treiber verzichtet werden.


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