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Low Tech für High Tech

Forschungsgebäude in Berlin
(in: BAUKULTUR 2_2018, S. 11)

Das Forschungsgebäude des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin befindet sich auf dem Campus Berlin-Buch. Es dient der Aufnahme eines automatisierten Kühllagers für biologische Proben, der dazu gehörigen Technik und eines administrativen Bereichs mit Nebenräumen. Die Planung übernahmen Heide & von Beckerath Architekten.

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Biobank in Berlin: Weißaluminium und Holz prägen die Fassade (Foto: Andrew Alberts)

Räumliche Situation
Die Nutzungen der Biobank sind in eine kompakte Kubatur eingeschrieben, die sich städtebaulich an der historischen Hauptachse des ehemaligen Gemeindefriedhofs Berlin-Buch orientiert und gleichzeitig die Lage und Ausrichtung der bestehenden Laborgebäude räumlich interpretiert. Position, bauliche Konfiguration und Erschließung erlauben eine spätere bauliche Erweiterung in zwei Richtungen.

Organisation
Das Gebäude ist grundsätzlich eingeschossig, teilt sich aber durch die von den Kühltanks benötigte lichte Höhe in einen entsprechend hohen sowie einen niedrigeren Innenraum. Aus dieser Konstellation resultiert die Lage des Technikbereichs auf dem Dach. Ein von außen befüllbarer Stickstofftank ist in die Kubatur der Biobank integriert. Die Fassade beruht auf einem modularen Prinzip und einer horizontalen Unterteilung, sodass im unteren Bereich Fassadenelemente aus Holz, im oberen Bereich Elemente aus Weißaluminium zur Anwendung gekommen sind. Das Gebäude ist von einem umlaufenden Vordach und einer ebenfalls umlaufenden und in die Holzfassade integrierten Sitzbank umgeben, die zum Verweilen einlädt.

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Zugänge und Anlieferung erfolgen über Holzelemente, die sich öffnen lassen (Foto: Andrew Alberts)

Bauliche Nutzung
Der administrative Bereich der Biobank besteht aus Büroräumen mit bis zu 5 Arbeitsplätzen. Der technische Bereich enthält das computergesteuerte Lager, das aus einer vom Gebäude unabhängigen Kühlzelle mit einer inneren Temperatur von -20°C besteht, in der in maximal 5 mit Stickstoffseen befüllten Kühltanks je ca. 1,3 Mio. Proben über einen Zeitraum von 30 Jahren gelagert werden. Zuvor werden die Probensets in dem das Lager umgebenden Vorraum ausgepackt, dokumentiert und zwischengelagert.

Gebäudetechnik
Gegenüber der hochtechnologischen Kühlzelle ist die nach EnEV 2014 erbaute Biobank selbst relativ low-tech gehalten. Die Raumlufttemperatur im Vorraum zur Kühlzelle ist über kon-trollierte Zu- und Abluft mit erhöhter Entfeuchtungsanforderung geregelt. Innerhalb der Kühlzelle wird die Raumluft systemintern geregelt. Lüftung und Betrieb sind über eine Notstromversorgung gesichert. Baulich ist die Kühlzelle ein unabhängiges Element innerhalb der Gebäudehülle. Da sie keine eigene Bodenplatte besitzt, wurde die Flachgründung in ihrem Bereich eingeschnitten. Die Kühlzelle steht also auf einem eigenständigen, thermisch getrennten Fundament.


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