DAI Tag 2010 in Verbindung mit RUHR.2010 in Essen – ein voller Erfolg

Der markante Förderturm auf Zollverein war das Erste, was den Teilnehmern am diesjährigen DAI Tag auf Einladung des Ruhrländischen AIV zu Essen (RAIV) ins Auge fiel. Symbol für Vergangenes und zukunftsweisendes in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas zugleich.

Hier startete der gut zwei Tage währende DAI Verbandstag 2010 vom 24.-26. September. Das Organisatoren-Team um Dr. Ulrich Güttler, der Vorsitzende des RAIV, hatte bewusst einen Ort für den Auftakt gewählt, der wie kein anderer die baukulturelle Geschichte des Ruhrgebietes erzählt.

Neben den offiziellen Gremiensitzungen der Verbandes, an denen auch Ehrenpräsident Hans-Martin Schutte tatkräftig mitwirkte, war ein erster offizieller Höhepunkt der Empfang des Essener Oberbürgermeisters Reinhard Paß im Kokskohlenbunker.

Oberbürgermeister Essen - Reinhard Paß
Oberbürgermeister Reinhard Paß

 

DAI Präsident Christian Baumgart betonte in seiner Begrüßung die enge Verbundenheit des DAI mit der Essener und Ruhr-Baukultur nicht zuletzt über den DEUBAU-Preis der Stadt und der Messe Essen, an dessen Ausgestaltung der DAI maßgeblich mitwirkt. OB Paß hob seinerseits die Bedeutung von hochwertiger Architektur für eine Stadt wie Essen hervor. Ein Beispiel wurde konkret präsentiert: der Thyssen-Krupp-Campus, die neue Konzernzentrale des Stahlriesen, die im Sommer fertig gestellt wurde. Die gut 120 Gäste konnten sich dann anschließend auf verschiedenen Führungen im Ruhrmuseum ausführlich über die Gegebenheiten der Stadt und der Region informieren. Der spektakuläre Blick vom Dach der Kohlenwäsche ins durch und durch grüne Ruhrgebiet hat wohl niemanden unbeeindruckt gelassen.

Glanzpunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Großen DAI Preises für Baukultur an den britischen Stararchitekten Sir David Chipperfield, der auf seinem Weg von New York nach Mailand gerne den Zwischenstopp in Essen einlegte.

DAI Präsident Baumgart, Preisträger Chipperfield und Museumsdirektor Fischer
DAI Präsident Baumgart, Preisträger Chipperfield und Museumsdirektor Fischer

 

Die Verleihung fand in einem feierlichen Ambiente im Museum Folkwang statt – auch ein Chipperfield-Bau. In Anwesenheit von Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, NRW-Bau- u. Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger und Museumsdirektor Dr. Hartwig Fischer bekam Chipperfield den Preis von Präsident Baumgart überreicht.

Dr. Hartwig Fischer (Direktor Museum Folkwang), Sir David Chipperfield, Prof. Beitz, Minister Voigtsberger
Dr. Hartwig Fischer (Direktor Museum Folkwang), Sir David Chipperfield, Prof. Beitz, Minister Voigtsberger

 

In seiner Laudatio betonte der Berliner Journalist und Architekturkritiker Nikolaus Bernau die phantastische Gabe des Preisträgers, sein Schaffen immer und immer wieder zu erklären. Das Einbinden aller relevanten Personen sowie vor allem auch der breiten Öffentlichkeit bei allen seinen Projekten seien die Erfolgsgaranten seines Wirkens. Mit Chipperfield erhalte ein Architekt von Weltruhm eine bedeutende deutsche Architekturauszeichnung, so Minister Voigtsberger vor gut 150 geladenen Gästen. Der Preisträger erläuterte in seiner Dankesrede, warum diese Würdigung so gut seinem Denken und Handeln entspreche: Die Verbindung von Kultur und Bauen, also im deutschsprachigen Raum die Baukultur, gefalle ihm als quasi philosophisches Konzept, auf das qualitätvolle Architektur nun einmal aufbaue. Der Applaus war ihm sicher!

Harry K. Voigtsberger, Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen; Sir David Chipperfield; DAI Präsident Christian Baumgart
Harry K. Voigtsberger, Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen; Sir David Chipperfield; DAI Präsident Christian Baumgart (v.l.n.r.)

 

Die Veranstaltung wurde am Sonntag mit einem Besuch „auf dem Hügel" in der legendären Villa Hügel, dem Sitz der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und einer dreistündigen Bootstour über den Baldeney-See sowie acht km ruhrabwärts bei sonnigem Wetter inkl. Brunch perfekt abgerundet. Die Essener Kollegen haben hart gearbeitet und das hat sich gelohnt, so die einhellige Meinung aller Teilnehmer.

2011 ist der AIV Hildesheim Gastgeber des DAI Tages. Dann werden die Themen Rekonstruktion, aber auch „Stadt – Land – Fluss" eine Rolle spielen. Turnusgemäß wird der DAI Literaturpreis verliehen. Nach der Vorstellung des Programms durch Dipl.-Ing. Dagmar Schierholz-Heilmann ist allen Essener Besuchern klar geworden, dass es vom 23.-25. September 2011 nur ein Ziel geben kann: Hildesheim!

Übergabe des Staffelstabes von Dr. Ulrich Güttler (links) an Frau Schierholz-Heilmann (AIV Hildesheim, DAI Tag 2011)
Übergabe des Staffelstabes von Dr. Ulrich Güttler (links) an Frau Schierholz-Heilmann (AIV Hildesheim, DAI Tag 2011)

Bilder © Klaus M. Schmidt-Waldbauer

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