164. Schinkel-Wettbewerb 2019

Schinkelwettbewerb

Zum 164. Mal führt der AIV zu Berlin den Schinkel-Wettbewerb durch. Das Wettbewerbsgebiet befindet sich in Berlin-Kreuzberg vor dem Halleschen Tor, die Tempelhofer Vorstadt. Ziel des Wettbewerbs ist der Entwurf von zukunftsweisenden Beiträgen für die Entwicklung einer Stadt des 21. Jahrhunderts.

„bridge2future“

In Berlin-Kreuzberg liegt vor dem Halleschen Tor die Tempelhofer Vorstadt. Noch heute markiert der Landwehrkanal die südliche Grenze der barocken Stadterweiterung mit dem bekannten perspektivischen Fluchtpunkt, dem Rondell, dem späteren Belle-Alliance-Platz, dem heutigen Mehringplatz. Die alte Hallesche Brücke nutzt die BVG als Busbahnhof, eine praktische - stadträumlich jedoch fragwürdige - Nutzung. Gegenüber dem Halleschen Tor liegt die Amerika-Gedenkbibliothek, die zur Zentral- und Landesbibliothek erweitert werden soll. Durch ihre notwendige Baumasse, eine prägnante Architektur und die zu erwartenden Besucherströme wird sie das Quartier prägen. Ziel des Wettbewerbs ist der Entwurf von zukunftsweisenden Beiträgen für die Entwicklung einer faszinierenden, dichten, urbanen Gemengelage aus historischem Erbe und neuen, bereits erkennbaren Anforderungen an die wachsende Stadt des 21. Jahrhunderts, an ihre öffentlichen Gebäude und an ihre Verkehrssysteme unter Stärkung der Nord-Süd-Querungsmöglichkeiten des Kanals. Der Auslober legt großen Wert darauf, dass die Teilnehmer übergreifende trans- und interdisziplinäre Teams bilden: Die Arbeiten werden von einer interdisziplinären Jury beurteilt, für Kooperationen stehen Sonderpreise zur Verfügung.

Städtebau - „Wissen macht Stadt“

Gesucht werden städtebauliche Ideen, um die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) unter Einbeziehung des Gebäudes der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) am Blücherplatz zu entwickeln. Als zentraler öffentlicher Ort der Informations- und Wissensversorgung soll die künftige ZLB daneben auch der Stadtgesellschaft ein Forum bieten und als Ort der Kreativität entwickelt werden. Neben Vorschlägen zur Verkehrserschließung der ZLB sollen Lösungen zur Behebung der funktionalen und gestalterischen Defizite im öffentlichen Raum sowie die stadträumliche Verknüpfung der ZLB und des Blücherplatzes mit dem Mehringplatz und den angrenzenden Stadtquartieren entwickelt werden. Mit einer Neuordnung der Verkehrsinfrastruktur sollen die Wegebeziehungen insbesondere für den Radverkehr und die Fußgänger sowohl in Nord-Süd-Richtung als auch in Ost-West-Richtung verbessert werden. Zugleich soll die Aufenthaltsqualität in den öffentlichen Räumen gesteigert werden.

Landschaftsarchitektur - „Metro X Polis“

Die Aufgabe befasst sich mit der Gestaltung des öffentlichen Raumes an der Nahtstelle zwischen Mehringplatz, Berliner Zentral- und Landesbibliothek und Tempelhofer Vorstadt. Die Teilnehmer sollen sich damit auseinandersetzen, wie die besondere Funktion der neuen ZLB als Metropolenbibliothek und „Ort der Freiheit des Geistes“ in den Außenraum wirken kann. Welche Freiraumgestaltung kann hier angemessene auf einen öffentlichen Ort mit hohen Ansprüchen an Urbanität, Aufenthalt und Begegnung reagieren? Die Bereiche am Landwehrkanal im Norden mit den denkmalgeschützten Uferbefestigungen bieten dabei besonderes Potential, nicht zuletzt hinsichtlich einer Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrswege (angedachte „Radbahn“ unter dem Viadukt, ÖPNV, Kanalboote). Im Süden sind Lösungen für eine sensible Öffnung der denkmalgeschützten Friedhöfe am Halleschen Tor gefordert, um den Verlust an Grünflächen am Blücherplatz qualitätvoll auszugleichen. Bei der Fragestellung, wie die Barrieren überwunden werden können, sind auch die Wegebeziehungen in Richtung des neu gestalteten Mehringplatzes zu untersuchen. Die heutige Funktion der Halleschen Brücke soll kritisch hinterfragt und ihr Potential als urbaner Hotspot herausgearbeitet werden.

Architektur - „Open Common“

Die Aufgabe ist die Organisation und Einbindung der Berliner Zentralbibliothek (ZLB) auf den Flächen südlich des Landwehrkanals unter Berücksichtigung des geschützten Denkmals der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB). Die Teilnehmer sind aufgefordert, die städtebauliche Geste der AGB aufzunehmen und unter dem Primat der gebotenen Stadtverdichtung fortzuschreiben. Die ZLB steht als größte öffentliche Bibliothek Deutschlands für barrierefreien Zugang zu Bildung und Wissen, genauso wie für die Möglichkeiten selbstbestimmten Lesens und Lernens, ein Ort, an dem Wissen geteilt wird. Bei der Aufgabenstellung des Schinkel-Wettbewerbs sind Anregungen und Lösungen gewünscht für die Informations- und Kommunikationsbedürfnisse einer mobilen, multi-ethnisch geprägten Stadtgesellschaft, die sich zur Speicherung und Nutzung des geschriebenen Wortes immer umfangreicher der digitalen Medien bedient. Im Neubau will die ZLB als Forum der Stadtgesellschaft fungieren und ein Ort für gelebte Demokratie und Austausch der Bürger untereinander sein, gestützt und befördert durch die Informationen aus der Bibliothek.

Konstruktiver Ingenieurbau - „Urban Shortcut“

Die Wettbewerbsaufgabe beinhaltet die Planung einer kreuzungsfreien Radverbindung zwischen dem U-Bahnhof Hallesches Tor und der Promenade am Landwehrkanal, östlich der Zossener Straße. Dabei sind die Anforderungen seitens des Schiffsverkehrs (Lichtraumprofil, Anprall u.a.) und des Straßenverkehrs an der Zossener Straße (Höhenverlauf, Lichtraumprofil) zu berücksichtigen. Konstruktiv wird ein guter Umgang mit der bestehenden Substanz (Stützwände, Brückenbauwerke u.a.) gesucht. Eine Zusammenarbeit mit Architekten und Landschaftsarchitekten wird empfohlen.

Freie Kunst - „Eine amerikanische Freundin“

Berlin als Stadt des Wissens, der Bewegung und der Völkerfreundschaft: Die künstlerischen Arbeiten sollten sich auf die Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) als Symbol der Völkerfreundschaft (sie wurde mit Mitteln des Marshallplans gebaut) und ihre spezielle Lage an der Schnittstelle zwischen südlicher Friedrichstadt und Tempelhofer Vorstadt beziehen. An der AGB zeigt sich exemplarisch die Zukunft und Wandlung der gegenwärtigen Gesellschaft hin zu einer Wissensgesellschaft, deren Rohstoff die Information und deren Verarbeitung ist. Die ungeordnete Verkehrssituation zeigt zudem, dass nicht nur Wissensströme, sondern auch Verkehrsströme in Zukunft neu geplant und bewältigt werden müssen.

Denkmalpflege

Die Denkmalpflege als fachübergreifendes Querschnittsthema widmet sich dem Umgang mit dem nicht nur denkmalgeschützten Bestand im Wettbewerbsgebiet. Gesucht wird ein fundierter Umgang, eingebettet in ein innovatives Entwurfskonzept. Begleitet wird der Schinkel-Wettbewerb in diesem Jahr von einer Veranstaltungsreihe, die sich dem Ort und der Bedeutung der ZLB für diesen Standort annähert.

Termine

Auslobung: 17.9.2018
Rückfragenkolloquium: 9.11.2018
Anmeldeschluss: 7.1.2019
Abgabe: 4.2.2019
Schinkelfest: 13.3.2019

Weitere Informationen: Auslobungstext

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