40 Jahre "kleines manifest" von Architekt Hans Robert Hiegel

Ästhetische Forderungen an die Architektur der Zukunft


Anlässlich des 40. Jahrestages der Verfassung des Manifestes von Architekt H. R. Hiegel, in der Schweiz von Stanislaus von Moos beflügelt, in der Frankfurter Städelschule gefördert und von der AA Architectural Association London kommuniziert, findet am 5.7.2019 im Roten Haus Karlsruhe ein internationales Symposium zur Architekturtheorie statt.

Beitragende zum Symposium sind der Karlsruher Brecht-Experte Prof. Dr. Jan Knopf, Prof. Dr. Frank Rolf Werner, Manifest-Verfasser Hans Robert Hiegel, Generalintendant Badisches Staatstheater Peter Spuhler, Vorstand in der Frankfurter Ernst-May-Gesellschaft Dr. Christos-Nikolas Vittoratos und der Inhaber des Lehrstuhls für Baugeschichte am Karlsruher KIT Prof. Dr. Joaquin Medina Warmburg.

Eine Publikation zum Symposium wird durch das Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützt. Der Oberbürgermeister von Frankfurt, Peter Feldmann, als auch der Karlsruher Oberbürgermeister, Dr. Frank Mentrup, schreiben Grußworte aus Anlass "40 Jahre kleines manifest von H. R. Hiegel".

Ein Exzerpt der zur Buchmesse im Herbst 2019 erscheinenden Publikation, das Werkheft14 aus dem Verlag mens architecturae, wird bei der Veranstaltung vorgestellt. Das Werkheft14 enthält Texte und Aphorismen zum Thema "Manifest" von u. a. Oliver Langewitz, David Benjamin, Phyllis Lambert, Gerhard Matzig, Christos-Nikolas Vittoratos, Steve Katz, David Greene, Christian Lutsch, Andrea Menges-Fleig, Frank Rolf Werner, Sharon Rotbard, Hillel Schocken und Peter Spuhler. Dazu wird die Rolle des Gründers des Deutschen Architekturmuseums DAM in Frankfurt und später des Zentrums für Kunst und Medien ZKM in Karlsruhe, Heinrich Klotz, beleuchtet und Hiegels Mitwirkung bei der Free University auf der documenta 6 in Kassel 1977 dokumentiert. Das originale Manifest, in Englisch und Deutsch verfasst, ist in dem Buch auch in Französisch, Japanisch und Hebräisch, zum Teil als Faksimile aus den jeweiligen originalen fremdsprachigen Veröffentlichungen abgedruckt.

Im Fernsehen war das Manifest 5 Jahre nach seiner Entstehung im symbolträchtigen Jahr 1984 zu sehen:


Symposium am 5.7.2019


Schönheit am Bauwerk

Inhalt der Betrachtungen, Referate, Darbietungen soll es sein, manifestes zu hinterfragen und damit verbunden das Wesen des Begriffes "Schönheit" im Bauen und dessen zukünftige Umsetzungsmöglichkeiten zu evaluieren. Ausgehend von und aufbauend auf den Überlegungen großer Architekturtheoretiker wie Vitruv, Alberti, Palladio soll ein Versuch unternommen werden, die für das Heute relevanten alten Prinzipien neu zu entdecken, zu sehen, Handlungsanweisungen für die Zukunft zu artikulieren und zu hinterfragen.

Inwiefern kann "Schönheit" beispielsweise als Alleinstellungsmerkmal in Marketingkonzepte für Kommunen, Bauherren und Wohnungsunternehmen dienen?

Was sind die Grundzüge des Bauhauses ? Sollen wir weitere Forschungen anzustellen nach den Komponenten von Schönheit am Bau, in der Stadt und in der Landschaft?

Die unter den als Vitruv'schen bekannten Kategorien Ordnung, Kompositon, Schöner Rythmus (Eurythmie), Symmetrie, Anstand und Wirtschaftlichkeit leiten als Arbeitsmaxime. Kurz gefasst: Schönheit (Venustas), Stabilität (Firmitas) und Nützlichkeit (Utilitas). Auch umgangssprachlich bekannt unter "Schönheit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit".

Dass Schönheit eine immerwährende Größe wirtschaftlicher Prosperität, großer Staatskunst, erfolgreichen Siedlungs- und Städtebaus, Wertstellung von Immobilien und Regionalplanung sein kann, legt vielleicht der bekannte Goethe'sche Aufsatz über das Natur- und das Kunstschöne dar. Schillers Ausführungen zur ästhetischen Erziehungen könnten Herausforderung für einen Politikwissenschaftler sein. In einem Jahr der Musik könnte sich ein Musiktheoretiker ausbreiten.

Einzelaspekte der Schönheit könnten gesondert betrachtet werden. Themen wie z. B. Proportion, Tektur, Textur, Material, Oberfläche, Tiefe, Schatten, Morphologie, Gestalt, Komplexität, Schlichtheit, Widerspruch und Einklang können aus verschiedener Warte von Philosophen, Architekturtheoretikern, Politikwissenschaftlern, Architekten, Städtebauern, Künstlern und Kunstwissenschaftlern kontrovers aufgezeigt und diskutiert werden.

Die oben erwähnte Frage, inwiefern "Schönheit" als herausragendes Alleinstellungsmerkmal im Marketingkonzept für Investoren, Kommunen, Bauherren und Wohnungsunternehmen dienen kann, könnte zur Schlussfrage und Perspektive des Symposiums werden.


Veranstaltungstermin:

Freitag, 5. Juli 2019, 18 Uhr


Veranstaltungsort:

Rotes Haus Karlsruhe
Rastatter Straße 17
76199 Karlsruhe

Eintritt frei - Spendenbasis

Veranstalter ist die zu Pfingsten 2019 gegründete Akademie Rotes Haus Karlsruhe in Kooperation mit archEtrans e.V. und dem AIV Karlsruhe. Unterstützt wird das Vorhaben vom "Freundeskreis Rotes Haus Karlsruhe" , inzwischen eine Institution, die das Rote Haus bespielt:

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