DAI: Stadtentwicklungspolitik muss hoheitlich bleiben

Berlin – Heute und Morgen findet auf Einladung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) der "7. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik" in Mannheim und Ludwigshafen statt. Das Leitthema ist die Rolle der Wirtschaft in der Stadt. Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI) erkennt die wichtige Rolle der Wirtschaft bei der Stadtentwicklung an. Die Kompetenzverteilung muss aber klar geregelt bleiben.

Moderne Stadtentwicklungspolitik muss sich heute mit vielen Einflussfaktoren und Einflussgruppen auseinandersetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Infrastrukturmaßnahmen geplant und gebaut werden, man Energieversorgungs- und Energieverteilungsfragen beantworten muss oder es schlicht um die Frage nach der Einbindung der Zivilgesellschaft bei Planungsthemen geht. Zunehmend spielen ökonomisch bedeutenden Kräfte wie Messegesellschaften, die Deutsche Bahn oder große Wohnungsbaugesellschaften eine gewichtige Rolle bei der Gestaltung ganzer Stadtbereiche. Für die planenden und bauenden Berufe ist das eine zweifache Herausforderung. Zum einen sind sie ihrer Zunft verpflichtet und halten stets nach sinnvollen Entwicklungsgebieten Ausschau. Zum anderen jedoch wird das Hin- und Hergerissensein zwischen den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Auftraggebern immer größer.

Der DAI diskutiert seit geraumer Zeit kritisch die Frage nach der Ausgewogenheit der ökonomisch treibenden Kräfte von außen auf die aktuellen Stadtentwicklungsthemen. "In immer mehr Kommunen und Gemeinden wird massiv die Kompetenz auf öffentlicher Seite zurückgebaut - oftmals mit dem Argument des Sparwillens", konstatiert DAI Präsident Prof. Dipl.-Ing. Christian Baumgart. In diese Lücke würden dann fast natürlicherweise privatwirtschaftliche Anbieter stoßen. "Für mich steht außer Frage", so Baumgart weiter, "wer in einer Demokratie Träger der Planungshoheit ist. Aus meiner Sicht ist darauf zu achten, dass die Kompetenzen bei den Trägern dieser Planungshoheit gebündelt bleiben. Das ist nicht zuletzt auch eine Frage der kommunalpolitischen Kontrolle", stellt der DAI Präsident fest. Neben dem Leitthema der "Rolle der Wirtschaft in der Stadt" beim diesjährigen Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik bringt Präsident Baumgart diesen Gedanken ein und fordert die heute und morgen tagenden Teilnehmer auf, diesen Aspekt bei ihren Diskussionen mit zu berücksichtigen.

Gegründet 1871, gehören dem DAI aktuell 32 Architekten- und Ingenieurvereine im gesamten Bundesgebiet an. Damit vertritt der Verband die Interessen von ca. 4.000 Architekten, Ingenieuren und Planern. Der Verband gibt die Fach- und Verbandszeitschrift BAUKULTUR heraus, die zweimonatlich erscheint. Der DAI hat zehn Förderpartner, zehn Kooperationspartner und ist eingebettet in ein Netz von Verbänden und Organisationen rund um das Planen und Bauen.

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Ansprechpartner:  Udo Sonnenberg, DAI Geschäftsführer, Tel. 030 – 400 54 100, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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