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BAUKULTUR 4_2018: Editorial

Dr. Gunter Mann
(in: BAUKULTUR 4_2018, S. 3)

green building – natürlich mit Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung! Wer versteht unter „green building“ denn wirklich begrünte Gebäude? Gebäude, die eine Dach-, Fassaden- bzw. Innenraumbegrünung haben? Die meisten setzen „green building“ vereinfacht gleich mit nachhaltigem Bauen – und das meist ohne Gebäudebegrünung. Dabei sind Dach- und Fassadenbegrünungen nachhaltig. Sie vereinen eine Vielzahl an positiven Wirkungen, die je nach Begrünungsform schon kurzfristig, jedoch bei fachgerechter Pflege und Wartung stets langfristig Bestand haben.

Dachbegrünungen in Form artenreicher Extensivbegrünungen sind grundlegender Bestandteil bei der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung und helfen, Artenvielfalt in Flora und Fauna auch in dicht besiedelten Gebieten zu erhalten. Begrünte Dächer und Tiefgaragen stehen wieder besonders im Fokus als wichtiger Bestandteil zeitgemäßer Hochwasservorsorge. Auf Dächern lassen sich einfach und vor allem viel Retentionsflächen schaffen. Selbst eine einfache Extensivbegrünung speichert schon etwa 20 l/m² und bei Retentionsdächern und Intensivbegrünungen sind Wasserrückhaltevermögen von 140 l/m² und mehr möglich. Und wenn man jetzt noch beachtet, dass nur etwa 15 % der jährlich gebauten Flachdächer begrünt sind, tun sich ungeahnte Potenziale auf. Bei begehbaren Dachbegrünungen auf Einkaufszentren, Hotelanlagen, Schulen, Kindertagesstätten und Parkhäusern entstehen Spiel- und Sportplätze, Pausen- und Rückzugsräume und Begegnungsstätten. Das Reizvolle für alle Investoren ist, dass der Baugrund für diese weiteren Nutzflächen kostenlos ist. Er wurde ja schon ebenerdig bezahlt und erfährt „oben“ eine „Zweitnutzung“. Und die Kosten der Dachbegrünungen sind bei weitem geringer als die Kosten eines Grundstücks.

Dach- und Fassadenbegrünungen geben dem Gebäude eine besondere Note und können in gezielter Abstimmung mit der Architektur der Blickfang sein. Die Begrünung wertet jedoch nicht nur das einzelne Gebäude (optisch) auf, sie macht bei großflächiger Anwendung ein ganzes Wohngebiet lebenswerter, attraktiver und gesünder: Die Pflanzen mindern den Straßenlärm, sie verdunsten Wasser, befeuchten und kühlen damit die Umgebung und sorgen für ein angenehmeres Stadtklima und binden Feinstaub. Mooswände und Fassadenbegrünungen sind wichtige Bausteine von Anti-Feinstaub-Strategien.

Um das Bemühen um mehr Gebäudebegrünung zu verstärken, haben sich mit der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) und dem Deutsche Dachgärtner Verband e.V. (DDV) zwei renommierte Verbände zusammengetan! Sie sind zum Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG) fusioniert! Endlich ist es soweit, und die Akteure der Gebäudebegrünung ziehen an einem Strang und bearbeiten gemeinsam und zielgerichtet die vielen Themenfelder rund um die Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung. Wir haben mit der Fusion und der Gründung des Bundesverbandes GebäudeGrün e. V. (BuGG) viel Vertrauen und Vorschusslorbeeren bekommen – es soll nun der historische Startschuss sein für die Werbung und Umsetzung von deutlich mehr Grün auf, am und im Gebäude!

Es lassen sich bestimmt Kompromisse finden und Architektur und Begrünung miteinander verbinden! Gelebtes „green building“. Wir müssen es nur wollen und offen sein für neue Ideen!

Herzlichst Ihr
Dr. Gunter Mann
Präsident Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)
www.gebaeudegruen.info


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