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Bildungscampus forum thomanum

(in: BAUKULTUR 5_2018, S. 22-23)

Mit dem zum Hort umgebauten ehemaligen Gemeindehaus der Lutherkirche und dem Neubau der Grundschule vervollständigten W&V Architekten den Bildungscampus forum thomanum im Bachviertel der Bachstadt Leipzig. Hier wird der Nachwuchs für einen ihrer bedeutungsvollsten Repräsentanten, den Thomanerchor, ausgebildet. Das Projekt wurde mit dem Architekturpreis der Stadt Leipzig 2017 ausgezeichnet.

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Schulhof (Foto: W&V Architekten)

Grundschule
Die Schule ist als kompaktes, minimales Volumen auf dem städtebaulichen Abdruck der ehemaligen anglikanischen Kirche platziert. Die erdgeschossige Transparenz der Komposition aus Schulneubau und Verbindungshalle wird als eine Geste gelesen, welche diese Bauteile vom Erdboden enthebt. Es werden verschieden artikulierte Höfe generiert, Schulhof und Schulgarten, die der Maßstäblichkeit des Campusgeländes angemessen sind. Der Hauptzugang zum Schulgelände erfolgt über den Schulhof durch die verbliebene Außenwand des im Krieg zerstörten Pfarrhauses.

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Eingangsbereich (Foto: W&V Architekten)

Hort
Das um eine Etage aufgestockte ehemalige Gemeindehaus der Lutherkirche beherbergt die Horträume. Formensprache und Ornamentik der Gründerzeit sind direkte Nachbarn der klaren Struktur und der zeitgenössischen, regional inspirierten Materialität des einfachen Schultypus, während Farbigkeit und klassische Eleganz beider Gebäude die gestaltete Einheit verkörpern.

Fassaden
Wenige Materialien in ortsgerechter, handwerkertauglicher Konstruktion prägen die Oberflächen. Die vertikal gebürstete Putzstruktur der Fassaden steigert als „Ge-Wand“ die Plastizität der Gebäudegruppe. Umlaufende Glasfassaden als Pfosten-Riegel-Konstruktion im Erdgeschoss des Neubaus stellen in sämtlichen Räumen den Bezug zur Umgebung her. Sie ermöglichen über ihr Reflexionsvermögen die Abbildung des angrenzenden Straßenbildes.

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Lore-Kirchhoff-Saal (Foto: W&V Architekten)

Innenraumkonzept
Die konsequente Grundrissgliederung erhöht im Zusammenspiel mit dem einfachen Farbkonzept die Identifizierbarkeit der Räume. Dadurch wird eine Erleichterung der Orientierung erreicht, mit Blickbezügen in den Campus. In der Schule sind flexibel nutzbare Lernräume entlang der Gebäudehülle um die mehrgeschossige Halle mit zentraler Freitreppe angeordnet. Alle Räume sind miteinander verbunden. Die Gebäude bieten den Kindern in ihrer Unaufdringlichkeit Raum zur Selbstverwirklichung. Die Farben beschränken sich in der Schule weitgehend auf schwarz und weiß. Im Gegensatz zu dieser ruhigen Atmosphäre stellt das differenzierte Raumangebot im Hort mit dezent eingesetzten Pastellfarben den Kindern in der schulfreien Zeit unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bereit.


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