Oldenburgischer AIV

150-jähriges Jubiläum
(in: BAUKULTUR 3_2019, S. 11)

„Bleiben Sie eine verlässliche und hörbare Stimme in Fragen der Stadtgestaltung“, ermunterte Oldenburgs Bürgermeisterin Christine Wolff den Oldenburgischen AIV am 2.2.2019 anlässlich des 150-jährigen Vereinsjubiläums. Zu den Gästen des Festaktes gehörten der niedersächsische Bauminister Olaf Lies, der Präsident der Jade Hochschule Prof. Dr. Manfred Weisensee, Bürgermeisterin Christine Wolff, DAI Präsident Prof. Christian Baumgart und der Fernsehmoderator Max Moor, der den Festvortrag hielt.

AIV Oldenburg 1

Besonders willkommen geheißen wurde der ehemalige Oldenburger Stadtbaurat und Ehrenvorsitzende des Oldenburgischen AIV Hans-Martin Schutte. „Er unterstützt uns nach wie vor mit Ideen und Impulsen“, betonte der AIV Vorsitzende Prof. Bernd Müller unter großem Applaus. Dann wandte sich Müller jenen zu, die er „das Herz des Vereins“ nannte, den Mitgliedern. „Sie sind Teil der gemeinsamen Sache, und jeder trägt auf seine Weise zum Gelingen des Ganzen bei“.

„Wo, wenn nicht hier?“ Diese rhetorische Frage warf Manfred Weisensee in seinem Grußwort als Präsident der Hochschule auf. Kein anderer Ort in Oldenburg als die ehemalige Staatsbauschule und heutige Jade Hochschule sei geeigneter für die Jubiläumsfeier des AIV. Der Verein mit seinem ehrenamtlichen Engagement sei eine wichtige Ergänzung zur Hochschularbeit.

„Ein herzliches Moin!“ sandte Bauminister Olaf Lies in die Runde der ca. 250 Teilnehmer. Seine Ausführungen zu Themen wie bezahlbarer Wohnraum, energetisches Bauen und Quartierlösungen fanden ebenso aufmerksame Zuhörer wie die Gedanken des Ministers zur Frage, ob Vereine wie der AIV noch zeitgemäß seien. Lies: „Die Kooperation in Fragen der Stadtentwicklung sowie in Themen der Baukultur seien unentbehrliche Aufgaben des Vereins.“

Auf die Bedeutung von Interdisziplinarität und Zusammenarbeit wies DAI Präsident Prof. Christian Baumgart hin. Fachübergreifende Zusammenarbeit sei eine zentrale Aufgabe der Architekten- und Ingenieurvereine in Deutschland und ihres Dachverbandes DAI. Baumgart hob zudem hervor, dass der Oldenburgische AIV der aktivste und mitgliederstärkste aller AIVe in Deutschland sei.

AIV Oldenburg 2

Das Improtheater „12 Meter Hasen“ entwickelte während eines äußerst unterhaltsamen Zwischenspiels interessante Ideen zu alltäglichen Architekturbegriffen wie z. B. HOAI, bevor es zum Höhepunkt der Veranstaltung, dem Festvortrag von Max Moor über zentrale Architekturthemen, kam. So fragte Moor „Was ist Schönheit? Soll Altes erhalten werden oder nur Modernes neu gebaut werden?“ und nahm das Publikum mit auf einen architektonischen Streifzug quer durch Deutschland. Er verglich, stellte in Relation, bezog die Psychologie ein („Alle Architekten sollten ein paar Semester Psychologie studieren“) und formulierte in Anlehnung an Martin Luther King „I have a dream, dass es möglich ist, wirklichen Lebensraum zu schaffen.“ Moor forderte die Architekten auf: „Nutzt Eure Kreativität zu flexiblerem Umgang mit Vorschriften und Verordnungen!“ Er plädierte „für eine wesensgerechte Menschenhaltung“. Moors Ausführungen wurden vom Publikum sehr aufmerksam verfolgt, und obwohl er in mehr als ein Wespennest der aktuellen Architekturdiskussion stach, erntete er tosenden Applaus.

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