164. Schinkel-Wettbewerb 2019 entschieden

Die Erweiterung der Amerika-Gedenkbibliothek zur Zentral- und Landesbibliothek war in diesem Jahr Aufgabe des AIV-Schinkel-Wettbewerbs. Ihre notwendige enorme Baumasse und die zu erwartenden Besucherströme werden das Quartier in Zukunft prägen – und begründen die Forderung nach einer prägnanten und modernen Architektur.

brigde2future – Das neue Wissensquartier am Halleschen Tor

Ziel des Wettbewerbs war der Entwurf von zukunftsweisenden Beiträgen für die Entwicklung eines faszinierenden, dichten, urbanen Stadtquartiers, einerseits geprägt vom historischem Erbe und andererseits von neuen – heute bereits erkennbaren - Anforderungen an die wachsende Stadt des 21. Jahrhunderts mit der ZLB als Anker dieses urbanen Hot Spots.

Mit der Gestaltung der neuen ZLB setzten sich 115 Arbeiten der Fachsparte Architektur auseinander. Hier stellte neben der Gestaltung der benötigten Baumassen der Umgang mit den funktionalen Anforderungen des zukünftigen Nutzers eine sehr große Aufgabe dar. Die städtebauliche Anordnung der neuen ZLB durch ihre auch verkehrliche Wirkung in die umliegenden Quartiere interessierten die Autoren von 31 Arbeiten. Eine Bibliothek dieser Größenordnung wirkt auch auf die nicht bebauten Flächen. 31 Arbeiten der Fachsparte Landschaftsarchitektur untersuchten die Freiräume zwischen Mehringplatz und den südlich gelegenen Friedhöfen.

TU Dresden

Aufgrund des aktuellen und attraktiven Themas wurden mehr Arbeiten als in den Jahren zuvor eingereicht: 357 Teilnehmer aus Deutschland, der Russischen Föderation, Österreich, Frankreich, Ägypten, Polen und der Schweiz beschäftigten sich mit den Entwurfsaufgaben. Prämiert wurden 12 Arbeiten von 28 Teilnehmern in den Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Konstruktiver Ingenieurbau sowie Freie Kunst. Preisgelder in Höhe von 26.700 Euro wurden vergeben.

„Der Anspruch des AIV, mit dem Wettbewerb die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, wurde wieder voll erfüllt, Kooperationen finden sich auch unter den Gewinnerarbeiten wieder. Im Preisgericht haben wir zudem die außergewöhnlich hohe Qualität der eingereichten Beiträge gelobt. Wir sind mit dem Wettbewerb rundum zufrieden“, so Eva Krapf, Vorsitzende des Schinkel-Ausschusses.

HS Wismar

Die Preisträger

Wissen macht Stadt
  • Städtebau
    Schinkelpreis für „Urbanes Cluster“
    Tim Hecker, Jan Phillipp Heidenreich, Manuel Kramm, Timon Nüsken, Bergische Universität Wuppertal
  • Städtebau/Architektur/Konstruktiver Ingenieurbau
    Sonderpreis, gestiftet vom Verband Beratender Ingenieure Landesgruppe Berlin-Brandenburg für „Vitamin Kreuzberg“
    Simon Madlener, Pit Kafemann, Luise von Zimmermann, Philine von Zimmermann, UDK Berlin und TU Berlin
Metro X Polis
  • Landschaftsarchitektur
    Schinkelpreis für „Connext-X-Berg“
    Markus Storch, TU Dresden
  • Landschaftsarchitektur
    Sonderpreis, gestiftet von der Lenné-Akademie für Gartenbau u. Gartenkultur e.V. für „On the top“
    Ulrike Börst, TU Dresden
Open Common
  • Architektur
    Schinkelpreis und Hans-Joachim-Pysall-Reisestipendium für „Bibliothek der Zukunft“
    David Kerrom, Luca Mathias Hupfer, HTWK Leipzig
  • Architektur
    1. Diesing-Preis, Sonderpreis, gestiftet von Heinz Diesing über die Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung des AIV zu Berlin für „Neue Kreuzberger Wiese“
    Aleksandra Czaj, Kinga Krawczyk, BTU Cottbus
  • Architektur
    2. Diesing-Preis, Sonderpreis, gestiftet von Heinz Diesing über die Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung des AIV zu Berlin für „Kulturscheibe Berlin“
    Leonard Kaupp, Lina Thürer, Mathias Wolf,TU Berlin
  • Architektur / Städtebau
    3. Diesing-Preis, Sonderpreis, gestiftet von Heinz Diesing über die Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung des AIV zu Berlin für „Eine neue ZLB für Berlin“
    Johannes Hertell, Leibniz Universität Hannover
  • Architektur
    Sonderpreis, gestiftet vom Verband Restaurator im Handwerk e.V.
    Philipp Rothbächer, Jonas Schergun, TU München
Urban Shortcut
  • Konstruktiver Ingenieurbau
    Schinkelpreis für „Abzweiger“
    Kevin Gasper, Rauk Stubbe, Christian Tewes, Hannes Voß, TU Berlin und HCU Hamburg
  • Konstruktiver Ingenieurbau
    Sonderpreis, gestiftet von der Baukammer Berlin für „W-Berg Welle“
    Maximilian Gedamke, Inga Hogrefe, Katharina Ropers, HS Wismar
Eine amerikanische Freundin
  • Freie Kunst
    Sonderpreis, gestiftet von der Hans- und Charlotte-Krull-Stiftung für „Hyperlink“
    Cornelia Buchheim, Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle

BTU Cottbus

 

Termine

  • Ausstellungseröffnung: Dienstag, 12.3.2019, 11 Uhr
    Quergalerie der Universität der Künste Berlin, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin
    Die prämierten Beiträge sind bis 30.3.2019 ausgestellt, Mo - Fr 9-21 Uhr, Samstag 11-19 Uhr.
  • Schinkel-Fest und Preisverleihung: Mittwoch, 13.3.2019, 19 Uhr
    Staatsbibliothek zu Berlin, Wilhelm von Humboldt Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin
    Festvortrag von Prof. Dr. Tilman Harlander, Professor für Architektur- und Wohnsoziologie “Wohnen - zwischen Markt und Gemeinwohl”
    mit Grußworten von:
    Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schuster, 1. Vorsitzender des AIV zu Berlin
    Dr. h.c. (NUACA) Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
    Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
    Dr. Jonas Fansa, Abteilungsleiter Publikumsdienste der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb

Seit 1855 richtet sich der AIV-Schinkel-Wettbewerb als Förder- und Ideenwettbewerb jährlich an junge Planer, um deren Kreativität für die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben herauszufordern. Neben der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses soll der Wettbewerb einen Dialog zwischen Stadtöffentlichkeit, Fachleuten, Verwaltung und Politik initiieren.

Der Wettbewerb dient auch dazu, Interesse für ein Gebiet zu wecken, Sensibilität im Umgang mit dem Bestand zu entwickeln, die Bedeutung für die Umgebung aufzuzeigen und somit zur Qualifizierung der Aufgabenstellung einer formellen Planung beitragen. In diesem Sinne ist der Wettbewerb darauf ausgerichtet, eine Beziehung der Öffentlichkeit zum Planungsgebiet zu generieren und sie für die Gestaltung der öffentlichen Räume zu gewinnen. Mit seinem freieren Blick auf Aufgaben in Berlin und Brandenburg gelingt es dem AIV-Schinkel-Wettbewerb häufig auch, Anregungen in laufende Planungen einzubringen.

Die Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs wird durch den Schinkel-Ausschuss des AIV zu Berlin übernommen. Das Gremium setzt sich aus rund 45 Fachleuten zusammen, die das Verfahren ehrenamtlich organisieren. Vertreten sind die Fachsparten Architektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau, Konstruktiver Ingenieurbau, Verkehrsplanung, Denkmalpflege, Nachhaltigkeit und Freie Kunst.

Weitere Informationen: AIV zu Berlin

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