BAUKULTUR 6_2020: Editorial

(in: BAUKULTUR 6_2020, S. 3)

Liebe Leserinnen und Leser,
verehrte Freunde der Baukultur,

In der letzten Ausgabe 5_2020 der Zeitschrift BAUKULTUR hatte Elfie Peitzsch das sehr lehrreiche neue Handbuch „Baukultur braucht Bildung!“ der Bundesstiftung Baukultur vorgestellt. Die Lektüre sei hiermit allen Kollegen und DAI Mitgliedern wärmstens empfohlen. Die Publikation kann entweder in Printform bei der Bundesstiftung Baukultur bestellt oder als PDF auf der Web-Seite unter www.bundesstiftung-baukultur.de heruntergeladen werden.

Baukulturelle Bildung fängt bereits im Kindergarten- und Grundschulalter an. Entscheidendes Kriterium dabei ist, dass Fachkräfte wie Architekten und Ingenieure – natürlich immer gemeinsam mit einer Lehrkraft – den Unterricht zum Thema Baukultur übernehmen. Auf diese Weise erhalten Schüler Informationen aus erster Hand und lernen gleichzeitig Menschen kennen, die sich als Bauherrschaft und/oder als Fachplaner mit ganzem Herzen für ein Bauwerk eingesetzt haben. Manchmal lernen sie auch entsprechende Handwerker kennen. Bestenfalls spricht ein solcher Unterricht Schüler so stark an, dass sie sich dauerhaft für die gebaute Umwelt interessieren und sich aktiv dafür engagieren – wie Kollegen mir berichtet haben.

Bezüglich der Vermittlung von Denkmalpflege an Schulen bin ich seit 2007 unterwegs und habe in den letzten Jahren verschiedenste Projekte angestoßen (www.denkmalschulen.de, www.denkmale-im-unterricht.de). Im Rahmen der Initiative „Denkmal und Schule – Erlebnis Denkmal“ haben Architekten beispielsweise kleinere Projekte mit Grundschülern erarbeitet, für die jeweils drei Doppelstunden angesetzt waren. Die Bayerische Architektenkammer übernimmt dabei für die teilnehmenden Architekten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 200 Euro. Als bundesweites, sehr erfolgreiches Beispiel sei das Schulprojekt „denkmal-aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz genannt, das vorzugsweise in Realschulen und Gymnasien durchgeführt wird.

Im letzten Schuljahr konnte „mein Projekt“ infolge der Coronapandemie leider nicht fortgesetzt werden. Im laufenden Schuljahr jedoch haben einige Schulen bereits heute schon für die zweite Schuljahreshälfte ihr Interesse an einer Wiederaufnahme geäußert. Für das Projekt „Denkmal und Schule – Erlebnis Denkmal“ ist die Anmeldung bis zu den Faschingsferien möglich, während für das Projekt „denkmal-aktiv“ Anmeldungen zwischen März und Mai 2021 für das darauffolgende Schuljahr angenommen werden.

Die Bundesstiftung Baukultur ruft in ihrem Handbuch „Baukultur braucht Bildung!“ dazu auf, sich dem Netzwerk Baukulturelle Bildung anzuschließen. Das Online-Angebot unter www.bundesstiftung-baukultur.de/netzwerk/bildung lädt Pädagogen und Baukulturvermittelnde – also uns Architekten und Ingenieure – haupt- oder ehrenamtlich zum Mitmachen ein. Die Datenbank bietet Möglichkeiten, eigene Projekte einzustellen, Material für die eigene Arbeit herunterzuladen oder sich mit anderen Baukulturvermittelnden zu vernetzen und auszutauschen.

Der DAI hatte vor geraumer Zeit in Oldenburg beschlossen, dass jeder Mitgliedsverein einen Denkmal- bzw. Baukulturbeauftragten benennen sollte, der das Thema Baukultur in seiner jeweiligen Region in die Schulen tragen sollte. Ein Anknüpfungspunkt könnten die Wettbewerbe sein, die von den DAI Mitgliedsvereinen, also den bundesweiten Architekten- und Ingenieurvereinen, alljährlich ausgelobt werden und Auszeichnungen hervorbringen. Die prämierten Wettbewerbsbeiträge oder auch die Gebäude, die bei den jährlich stattfindenden „Architektouren“ gezeigt werden, wären hervorragend geeignet, in den Schulen präsentiert und diskutiert zu werden und damit das Thema Baukultur in das Bewusstsein der Schüler zu bringen.

Möglichkeiten und Ideen gibt es viele. Der DAI schafft den Rahmen, dass wir unsere Kompetenzen bündeln und uns gemeinsam für mehr baukulturelle Bildung einsetzen. In diesem Sinne freue ich mich über einen lebhaften Austausch. Erreichbar bin ich über die digitale Plattform Baukultur+ (www.baukultur.plus) oder gerne auch direkt über meine Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Herzlichst Ihr
Wolfgang Weise
Mitglied des Schwäbischen AIV Augsburg

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