DAI Newsletter 4_2026
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BAUKULTUR 04/2026 |
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Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des DAI, der verantwortungsvolle Umgang mit unserem Gebäudebestand ist eine der zentralen Aufgaben unserer Zeit. Es geht nicht um Nostalgie und auch nicht um ein pauschales „Alles muss bleiben“. Es geht um fachliche Sorgfalt, um Ressourcenschutz, um Baukultur – und um die Bereitschaft, vor einem Abriss genau hinzusehen. Der Umgang mit dem Bestand verlangt mehr als ein schnelles Urteil über Schönheit oder Nutzbarkeit. Wir als Architekten und Ingenieure wissen: Ein Gebäude ist bewusste Gestaltung, Konstruktion, Material, gebundene Energie, Arbeit und baukulturelle Geschichte. Nicht jedes Gebäude kann bleiben, aber jeder Abriss muss besser begründet sein als mit Ungeduld, Gewohnheit oder Renditeerwartung. Besonders brisant ist dieses Thema derzeit bei Gebäuden der Nachkriegsmoderne und des Brutalismus. Ihre architektonische Sprache ist nicht immer gefällig, ihre Qualitäten erschließen sich häufig erst auf den zweiten Blick. Umso wichtiger sind Initiativen wie SOS Brutalismus, die gefährdete Bauten dokumentieren, einordnen und auf ihren architektonischen wie baukulturellen Wert aufmerksam machen. Am 11. Mai habe ich als Präsidentin des DAI die Podiumsdiskussion „Die Schönheit des Nachhaltigen – Bauwende jetzt!“ zum geplanten Abriss des Wittwer-Gebäudes in Stuttgart besucht. Auf dem Podium diskutierten Leon Beck von Architects for Future und Hannes Rockenbauch (SÖS), moderiert von Angelika Linckh. In der Diskussion wurde sehr konkret deutlich, worum es beim Umgang mit dem Bestand geht: nicht um ein grundsätzliches Nein zum Neubau, sondern um die Frage, ob Abriss tatsächlich die beste Lösung ist. Im Anschluss an die Veranstaltung ergab sich ein guter Austausch mit Leon Beck. Daraus ist ein konkreter Schritt entstanden: Der DAI ist der Anti-Abriss-Allianz beigetreten. Damit setzen wir um, was wir auf unserer Frühjahrstagung in Bad Hersfeld besprochen haben: Der DAI soll als Dachverband stärker berufspolitisch Stellung beziehen und sich dort einbringen, wo Fragen des Planens, Bauens und Weiterbauens gesellschaftlich verhandelt werden. Ich würde mich freuen, wenn auch unsere Mitglieds-AIVe dieses Thema aufgreifen, gefährdete Gebäude sichtbar machen und sich in ihren Städten und Regionen in die Diskussion um Erhalt, Umbau und Weiterbauen einbringen. Plattformen wie der Abriss-Atlas bieten dafür konkrete Anknüpfungspunkte. Der Gebäudebestand ist keine Last, die wir möglichst schnell beseitigen sollten. Er ist Ressource, Aufgabe – und manchmal auch Zumutung. Aber gerade daran entscheidet sich, ob wir Baukultur ernst nehmen. Nachhaltiges Planen und Bauen beginnt nicht erst beim Neubau. Es beginnt mit dem genauen Blick auf das, was schon da ist. Mit herzlichen Grüßen Prof. Dr.-Ing. Kathy Meiss |
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Save the DateDAI Tag 2026Frankfurt a. M. | 5. – 7. November 2026
Am 05. und 06. November 2026 findet die traditionelle Jahrestagung des DAI statt, die in diesem Jahr vom AIV Frankfurt organisiert wird. Veranstaltungsort für das Fachprogramm ist der Saalbau Gutleut (Rottweiler Straße 32, 60327 Frankfurt am Main). Geplant ist derzeit am Donnerstagnachmittag (ab 15:00 Uhr) mit der DAI-Mitgliederversammlung zu starten. Am Abend folgt ab 18:30 Uhr der Festakt zur Verleihung des "Großen DAI Preises für Baukultur" mit einem anschließenden Sektempfang für den kollegialen Austausch. Das Fachforum soll sich als Vortragsveranstaltung am Freitagvormitag der aktuellen Frankfurter Stadtentwicklung widmen. Nachmittags sollen im Rahmen von geführten „Urban Walks“ Objekte wie das Großprojekt FOUR, die Platensiedlung oder die Neue Altstadt besichtigt werden. Die Tagung endet ab 17:30 Uhr mit einem hessischen Ausklang in der Traditionskneipe „Das Gemalte Haus“. Weitere Informationen und den Link zur verbindlichen Anmeldung wird der kommende Newsletter enthalten. |
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ARKO
ARKO ist ein ziemlich spannendes und noch recht neues Projekt. Die Architekturkooperative (ARKO) ist eine unabhängige, berufs-ständische Genossenschaft in Gründung, die ein treuhänderisches digitales Ökosystem bereitstellt und damit Rechte an Daten, das Know-how und die Urheberrechte von Architektinnen, Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren stärkt.
Der Kern der Idee: ARKO soll als Genossenschaft – also als gemeinsames Vorhaben von Mitgliedern und Kammern – gegründet werden, um die digitale Selbstbestimmung des Berufsstands zu sichern und durch transparente, standardisierte Datenstrukturen die Qualität des digitalen Planens und Bauens zu stärken. Zentrales Ziel ist es, die freie und unabhängige Berufsausübung dauerhaft zu schützen und zu fördern.
Im Klartext geht es darum, dass Planungsdaten (BIM-Modelle, Projektdaten usw.) nicht einfach an große Softwarekonzerne oder Plattformbetreiber abfließen, sondern dass Architekten und Ingenieure die Kontrolle über ihre eigenen Daten und ihr geistiges Eigentum behalten. Die Genossenschaftsform ist dabei bewusst gewählt – als demokratisch organisiertes, berufsständisches Gegenmodell zu kommerziellen Tech-Plattformen.
Federführend bei ARKO ist die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, die das Projekt im Rahmen der BAK vorantreibt. Dass das Thema auf dem Verbändegespräch unter „KI, Digitalisierung und ARKO" auftauchte, zeigt, wie eng die Debatte um KI-Nutzung mit der Frage verknüpft ist, wem die dabei entstehenden Daten gehören.
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Bauturbo kommunal
Mit der Novelle des Baugesetzbuches (BauGB) sind Abweichungs- und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten für Kommunen geschaffen worden. Für Kommunen bedeutet das mehr Gestaltungsspielraum, aber auch mehr Verantwortung in kurzer Zeit.
Gerade kleinere Kommunen mit schlank aufgestellten Verwaltungen stehen nun vor der Herausforderung, diese neuen Instrumente so einzusetzen, dass sie sowohl dringend benötigten Wohnraum ermöglichen als auch die langfristigen Entwicklungsziele der Gemeinde sichern. Wie lassen sich diese neuen Möglichkeiten strukturiert und vorausschauend nutzen?
Die Initiative Bau-Turbo kommunal möchte eine sachliche Einordnung geben und bei der Erarbeitung des nötigen Grundsatzbeschlusses für die Gemeinde unterstützen. Dazu wurde wir eine praxistaugliche Orientierungshilfe erarbeitet, die Sie kostenfrei nutzen können.
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Deutscher Städtebaupreis 2027
Seit 45 Jahren setzt der Deutsche Städtebaupreis Maßstäbe für innovative und nachhaltige Stadtplanung. Ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert durch die Wüstenrot Stiftung, prämiert der mit insgesamt 25.000 € dotierte Preis herausragende Projekte, die unsere Städte und Gemeinden zukunftsweisend gestalten.
Bewertet werden unter anderem die Gestaltung des öffentlichen Raums, der ressourcenschonende Umgang mit Flächen sowie die Anpassung an zeitgemäße Lebensformen.
Mit dem Sonderpreis "Räume des Zusammenhalts – Städtebau, der verbindet" würdigt der Deutsche Städtebaupreis 2027 Projekte, die einen herausragenden städtebaulichen Beitrag zur Stärkung demokratischer Werte, sozialer Vielfalt und gemeinschaftlicher Lebensqualität im gebauten Raum leisten.
Ab 1. Mai bis zum 30. September 2026 können sich freischaffende und angestellte Stadtplaner/innen, Architekten/innen, Landschaftsarchitekten/innen sowie öffentliche und private Planungsträger/innen um die Preise bewerben.
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Unser Stimme zählt: AHO-Jahresumfrage
Die AHO-Jahresumfrage ist eine jährlich durchgeführte Branchenerhebung zur wirtschaftlichen Lage von Ingenieurbüros und Architekturbüros in Deutschland. Sie wird vom AHO (Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung), der Bundesingenieurkammer, dem VBI und dem BDB beauftragt und von einem unabhängigen Institut durchgeführt.
Ziel ist es, verlässliche und belastbare Daten zur wirtschaftlichen Lage der Planungsbüros zu erheben, um eine zielgerichtete politische und wirtschaftliche Interessenvertretung zu ermöglichen – besonders im Hinblick auf die HOAI-Weiterentwicklung und das Lobbying gegenüber der Bundesregierung.
Abgefragt werden unter anderem: Umsatz und Auftragsbestand, Personalkosten und Gehälter, Bürostruktur sowie Konjunktureinschätzungen. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym, dauert etwa 10 Minuten und setzt idealerweise einen Jahresabschluss oder eine BWA voraus. Als Gegenleistung erhalten Sie als Teilnehmer auf Wunsch Kennzahlen, mit denen sie ihr Büro mit ähnlich strukturierten Büros vergleichen können.
Kurz gesagt: Es ist das wichtigste Stimmungsbarometer der Planungsbranche in Deutschland.
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Filmtipp: Eileen Gray und das Haus am Meer
Der Dokumentarfilm ʺEileen Gray und das Haus am Meerʺ rekonstruiert die dramatische Geschichte einer avantgardistischen Designerin und ihres atemberaubend schönen Hauses. Eileen Gray baute 1926–1929 an der Côte d'Azur ein avantgardistisches Meisterwerk: das Haus E.1027 in Roquebrune-Cap-Martin. Le Corbusier bemalte die Wände ohne ihre Erlaubnis mit Fresken, was Gray als Vandalismus bezeichnete – er ignorierte ihren Protest und baute später sogar eine eigene Hütte direkt daneben.
Das Haus E.1027 wurde 2021 vollständig restauriert und ist heute als Museum zugänglich. Der Schweizer Film von 2024 erzählt diese Geschichte als Dokufiktion und rückt Gray aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen. Eileen Gray gehörte zu den ersten Architektinnen ihrer Zeit und entwarf nicht nur das Gebäude, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung. Ihre Möbel gelten heute als Ikonen des modernen Designs und sind in Museen weltweit zu sehen.
Noch bis zum 16.06.26 in der arte-Mediathek:
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| NOTIERT | Termine des Präsidiums |
| 10.06.2026 | nächste Sitzung des DAI Beirats |
| 10./11.06.2026 | Konvent der Baukultur in Potsdam |
Zu guter letzt noch eine Information in eigener Sache:
Mit dem nächsten Newsletter werden wir zu einem anderen Newsletter-Service-Provider umziehen und damit natürlich auch Ihre Daten, also Name und Emailadresse. Fall Sie das nicht möchten, bitte ich Sie, unten das Abo zu beenden. Aber ich hoffe, dass Sie uns gewogen bleiben und grüße herzlich,

Fabian Burns
Geschäftsführer
E-Mail: burns@dai.org
Telefon: 030 - 883 45 98
Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. (DAI) führt als Dachverband der Architekten- und Ingenieurvereine in Deutschland die Interessensgebiete und Tätigkeitsfelder von Architekten und Ingenieuren zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Baukultur.
DAI Verband Deutscher Architekten- und
Ingenieurvereine e.V.
Bleibtreustr. 33, 10707 Berlin
Geschäftsführung
Fabian Burns
Vertretungsberechtigte Personen
Prof. Dr.-Ing. Kathy Meiss (Präsidentin)
Dipl. Ing. (FH) Johannes van Horrick M.A. (Vizepräsident)
Dipl. Ing. Benjamin Schneider (Schatzmeister)
Registergericht Berlin-Charlottenburg
Vereinsregisternummer.: 16443 B
Deutscher Bundestag Lobbyregister Registernummer: R002038
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87. Verbändegespräch – Rückblick auf ein vielschichtiges Treffen