Foto: U. Sonnenberg

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Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland ist unbestreitbar hoch. Keine Prognose liegt mehr unter 350.000 benötigten Wohneinheiten pro Jahr in den nächsten fünf bis sechs Jahren. Das sind rund 2 Mio. benötigte Wohnungen bis 2021. Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI) plädiert für die klare Strategie der innerstädtischen Verdichtung statt neuer Flächenversiegelung. Dabei gilt es wichtige städtebauliche und planerische Aspekte zu berücksichtigen.

Gestaltungsbeiräte

Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI) greift das Thema auf, weil er eine Entwicklung beobachtet, die sich in Richtung rein zweckmäßige Stadtplanung bewegt. Erstens wird auf öffentlicher Seite nach wie vor planerisches Fachpersonal abgebaut und zweitens können unabhängige Berater positiv auf die Baugestaltung von Kommunen einwirken; aktuell vor dem Hintergrund des großen Baubedarfs mehr denn ja.

Im Baukulturbericht der Bundesstiftung Baukultur 2014/15, der als Entschließungsantrag erstmalig 2015 vom Bundestag verabschiedet wurde, ist die Entwicklung der letzten 30 Jahre aufgeführt. Gab es 1983 nur 13 sogenannte Gestaltungsbeiräte, so ist die Zahl bis 2014 auf 98 angewachsen. Die Großstädte mit 100.000 Einwohnern und mehr weisen mit 59% bereits vorhandenen und gut 10% in Vorbereitung befindlichen Beiräten die höchste Quote auf.

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Berlin/Hannover - Die Architekten- und Ingenieurvereine als Mitglieder des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI) haben sich auf dem DAI Tag vom 25.-27. September 2015 in Hannover mit der Frage beschäftigt, welchen Beitrag Architekten und Ingenieure zur Bewältigung des strukturellen Wohnraummangels und des akuten Wohnraummangels aufgrund der Situation, dass Hundertausende Menschen zu uns kommen, leisten können.

Unser Beitrag ist die WillkommensBaukultur, die zunächst und in erster Linie den aus der Not zu uns kommenden Menschen zugutekommt. Sie muss darüber hinaus aber auch denjenigen eine Willkommensbotschaft zurück in unsere Gesellschaft bieten, die sich – aus welchen Gründen auch immer – derzeit in ihr nicht wiederfinden und zunehmend an den Rand gedrängt werden. Wissenschaftlich untermauerte Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland allein strukturell rund 400.000 Wohnungen pro Jahr für die nächsten 5-6 Jahre fehlen. Hinzu kommt eine große Zahl von Schutzsuchenden, die ebenfalls ein Anrecht auf menschenwürdigen Wohnraum haben und nicht Zuwanderer in Zelten oder Containern sein dürfen. Hier gilt es, den Integrationsaspekt von Anfang an mitzudenken. Dies setzt beim Planen und Bauen grundsätzliches Umdenken und klare Prioritätensetzungen voraus: Bestandsbauten unterschiedlichster Art nutzen und aufwerten, innerstädtisch angemessen verdichten, Aufstockungsmöglichkeiten mit innovativen Leichtbauweisen nutzen und schließlich auch Neubau in den Peripherien. Die Planer und Bauschaffenden im Land können dies in konzertierter Aktion schaffen – wenn nicht wir, wer dann?

DAIPräsidium1
v.l.: Alexander v. Canal, Arnold Ernst, Marion Uhrig-Lammersen, Christian Baumgart, Gerd Schnitzspahn
Foto: Udo Sonnenberg

Berlin/Hannover – Die Mitgliederversammlung des DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. hat am Wochenende in Hannover Prof. Dipl.-Ing. Christian Baumgart für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.

Berlin – Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. (DAI) begrüßt die klaren Worte der Bundesregierung zur gegenwärtigen Situation der Flüchtlinge im Land. Das angekündigte Maßnahmenpaket, das bis zum 24. September zusammengestellt werden soll, muss insbesondere auch planerische und bauliche Inhalte haben.

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