Wiedereröffnung einer Notkirche von Otto Bartning

Diasporakapelle in Overath, Otto Bartning, 1951 (LVR-Freilichtmuseum Kommern)

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist ein Großteil der Städte im Rheinland stark zerstört. Gleichzeitig kommen viele Flüchtlinge aus den besetzten Gebieten im Osten und den ostdeutschen Gebieten ins Rheinland.

Viele Flüchtlinge kommen aus Gebieten mit überwiegend evangelischer Konfession. Sie werden in den katholischen Gemeinden des Rheinlands angesiedelt. Neben dem mangelnden Wohnraum fehlen ihnen zudem Räumlichkeiten, in denen der Gottesdienst abgehalten werden konnte.

Otto Bartning (1883-1959) gilt als Mitbegründer der Bauhaus-Idee und entwarf Ende der 1940er Jahre den Typenentwurf einer „Diasporakapelle“. Grundidee des Entwurfs war eine aus Holz vorgefertigte, selbsttragende zeltförmige Konstruktion, die auf drei massiven Umfassungswänden stand. Der Aufbau der Kapelle sollte überwiegend in Eigenleistung der Gemeindemitglieder erstellt werden.

Nach 1945 waren zahlreiche Flüchtlinge aus Schlesien in Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis angesiedelt worden. Die Gottesdienste der nun stark angewachsenen evangelischen Gemeinde fanden zunächst in den Sälen von Kino, Gasthof oder Schule statt. 1951 konnte dann eine eigene „Diasporakapelle“ als Notkirche an der Kapellenstraße in Overath eingeweiht werden.

Im Lutherjahr 2017 wurde die Notkirche von Overath in das LVR-Freilichtmuseum nach Kommern versetzt. Dort wird sie größtenteils im Erbauungszustand 1951 präsentiert, aber auch die späteren Veränderungen werden in verschiedenen Zeitschnitten gezeigt.

Am 21.7.2019 findet die Eröffnung statt.

Weitere Informationen: www.marktplatz-rheinland.lvr.de

Informiert bleiben, Partner finden, Baukultur erleben!

Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. Mitgliederzeitschrift Mitglied werden

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie weiter surfen akzeptieren Sie die Verwendung. Mehr Informationen